Ernährungsexpertin Dagmar von Cramm
Leitungswasser oder Mineralwasser – was ist gesünder? Wie kann Mineralwasser eine salzarme Ernährung unterstützen?
Dagmar von Cramm ist Ökotrophologin und Mutter von drei Söhnen. Als bundesweit anerkannte Expertin und Autorin zahlreicher Bücher und Ratgeber zu Themen wie Ernährung, Kochen und Gesundheit veröffentlicht sie regelmäßig bei zahlreichen Zeitschriften und ist in TV-Sendungen zu Gast. Carolinen hat mit Dagmar von Cramm ein Interview geführt, um das Thema „Mineralwasser“ aus ernährungswissenschaftlicher Sicht etwas näher zu beleuchten.
- Frau von Cramm, die Frage, ob Leitungswasser oder Mineralwasser gesünder ist, wird von Verbrauchern und Medien häufig diskutiert. Wie schätzen Sie als Ernährungsexpertin dies ein? Natürliches Mineralwasser stammt aus den Tiefen unserer Erdoberfläche und nimmt auf seinem Weg durch die Gesteinsschichten Mineralien und Spurenelemente in gelöster Form mit. Deswegen enthält es sehr viele Mineralstoffe, die lebensnotwendig für unseren Körper sind. Zudem hat Mineralwasser von Grund auf eine sehr hohe Qualität: Es unterliegt den strengen Anforderungen der Mineral- und Tafelwasserverordnung und ist übrigens auch das einzige Lebensmittel in Deutschland, das einer amtlichen Anerkennung bedarf. In der Lebensmittelpyramide für Getränke steht es deshalb ganz oben an der Spitze. Schlichtes Leitungswasser dagegen ist aufbereitetes Wasser verschiedener Herkunft, es darf gereinigt, entkeimt und gechlort werden.
- Sie sprechen von wichtigen Nährstoffen, die im Mineralwasser enthalten sind. Um welche Nährstoffe handelt es sich dabei genau? Jedes Mineralwasser zeichnet sich durch eine andere Nährstoffzusammen- setzung aus. Die Brunnen von Carolinen enthalten zum Beispiel besonders viel Calcium und Magnesium, je nach Produkt zwischen 231 mg und 415 mg Calcium und über 50 mg Magnesium pro Liter. Damit kann Carolinen helfen, den Tagesbedarf an diesen Nährstoffen zu decken. Calcium und Magnesium sind lebenswichtige Nährstoffe, die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für Calcium eine Zufuhr von 1000-1200 mg pro Tag, für Magnesium sind es 300-400 mg. Calcium ist das Lebenselixier aller Zellen. Es ist Baustein für Knochen und Zähne, stärkt das Skelett und spielt eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung. Außerdem ist Calcium an der Weiterleitung von Reizen in unserem Körper beteiligt und damit wichtig für das Nervensystem. Unser Körper lagert Calcium jedoch nur bis zum 20. Lebensjahr ein – danach gilt es, den Abbau möglichst gering zu halten. Im schlimmsten Fall droht mit zunehmendem Alter Osteoporose. Magnesium aktiviert vor allem den Energiestoffwechsel und ist wichtig für die Muskeln und den Knochenstoffwechsel. Ein Mangel an Magnesium macht sich vor allem in Muskelkrämpfen, z.B. nach sportlicher Aktivität, bemerkbar. Auch Störungen der Herz- und Skelettmuskulatur sind Symptome.